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In den Gesichtern meiner Familie finde ich die Ratlosigkeit wieder, mit der ich mich zu Anfang selbst konfrontiert fand. In jedem einzelnen von ihnen findet nun gerade jener Konflikt statt, der auch mich zu erdrücken drohte; die Kluft zwischen dem Vertrauen auf mein Gefühl und der momentanen Realität – und natürlich den Konsequenzen, die sich aus jeder der beiden Optionen ergeben. Mich trieb sie in einen Bruch mit mir selbst und meiner kompletten, bisherigen Weltvorstellung; zurück blieb nur die Ruine, die einmal mein Optimismus und meine Lebensfreude war. Und ich werde sicherlich nicht zulassen, dass es jenen, die ich liebe, genauso ergeht. „Tut ihr mir einen Gefallen?“ frage ich in ihre Runde. „Lächelt einmal wieder für mich. Kein aufgesetztes Lächeln oder eines, dass nur dazu dient, mir Mut zu machen; davon hatte ich vorhin bereits genug. Ich möchte ein ehrliches sehen. Auch wenn die Situation für uns alle gerade sehr schwierig ist, sollt ihr glücklich sein können. Wer könnte mir wichtiger sein als meine Frau und meine Kinder? Ich kann nicht zusehen, wie euch das alles so herunterzieht. Es ist vielleicht schwer zu verstehen, aber ich habe bereits für mich mit allem abgeschlossen, und ich bin zufrieden damit. Es ist verständlich, dass es für euch unmöglich sein wird, sich mir da anzuschließen, aber lasst die Zukunft doch einfach auf euch zukommen. Letzten Endes kann wohl keiner sagen, was passieren wird, und ich verlange ja nicht mehr von euch, als auch den schlimmstmöglichen Fall mit einzukalkulieren, damit wir diese Augenblicke jetzt noch nutzen können, falls es so kommt. Könnt ihr das für mich tun?“ Und was dann passiert, verwundert mich fürwahr: Es ist Jake, der als erstes das Schweigen bricht. Jake, der kühle, junge Anwalt, der sich als erstes auf die Spinnereien seines alten Vaters einlässt, der von seinem Hocker aufsteht, an mein Bett tritt und mich herzlich umarmt. Jake, der trotz alledem in seinem Herzen immer mein kleiner Junge geblieben ist und der es schafft, in dieser kalten Winternacht mein Herz zu erwärmen. „Du bist ein guter Vater“ flüstert er in mein Ohr. „Der beste, den man sich wünschen könnte. Ich danke dir dafür. Ich liebe dich.“ Es dauert keine zwei Sekunden, da stoßen Kara und Sophie dazu, und auch sie schlingen ihre Arme um mich. Es ist ein weiterer jener Momente, in denen Worte überflüssig sind; sie stehen einfach nur da und halten mich in meinem Bett ganz fest. Da öffnen sich mir die Augen, und ich erkenne das, was wirklich zählt. Dass mein Leben nicht umsonst gewesen sein kann, wenn diese Familie daraus hervorgegangen ist, und dass ich mich glücklich schätzen kann, ein solches Geschenk bekommen zu haben. Dann wird es plötzlich ganz warm in meiner Brust, und ohne, dass ich etwas dagegen tun könnte, öffnet sich mein trockener Mund, und ein herzliches Lachen dringt aus meiner Kehle hervor. Es geschieht ganz von selbst, überrascht mich sogar, und es hört sich an wie das fröhliche und unbetrübte Lachen eines Kindes. Sophie sieht mich verwundert an, aber sie scheint sichtlich erleichtert. Auch sie weiß nun, welch seltenes Gut Freude in solch schweren Momenten doch sein kann. Und es stimmt ja auch: Ich freue mich. Ich freue mich von ganzem Herzen. Heute Abend war ich noch einmal richtig glücklich. Ich glaube, ich kann diese Welt jetzt in Frieden verlassen.
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