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„Es ist schön, dass du dich endlich wieder einmal freuen kannst. Das ist der erste Schritt zu deiner Genesung“. Sophies Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern, doch ihre Stimmlage lässt mich erkennen, dass sie es aus ganzem Herzen und vollkommen ernst meint. Ich küsse bestätigend ihre Wange und nicke ihr kurz zu. Diese Frau hat in den letzten Tagen genug durch mich gelitten, und meine finsteren Gedanken waren schon zu lange auch ihre Last. „Ich kann mir keinen besseren Start in den Tag vorstellen, Liebling. Ihr beide habt heute Morgen meine Engel gespielt. Extra deswegen hier zu bleiben…musst du nicht arbeiten, Kara?“
„Mein Dienst fängt heute erst in einer guten Stunde an, da war das zum Glück kein Problem. Trotzdem bedeutet das, dass ich leider auch bald los muss, Paps. Aber keine Sorge, Mom bleibt noch ein bisschen hier und leistet dir Gesellschaft.“ „Ich bleibe den ganzen Mittag über bei dir“ entgegnet Sophie, “schließlich müssen wir ja ein bisschen feiern. Nur gegen Abend muss ich dann leider wieder abfahren. Anthony Cooper wird heute Achtzig, und weil er ja im Rollstuhl sitzt, habe ich Sarah versprochen, ihr noch ein bisschen bei den Vorbereitungen zu helfen, bis die anderen Gäste kommen. Er hat natürlich die ganze Nachbarschaft eingeladen, und wir wohnen jetzt schon so viele Jahre nebeneinander, dass ich ihnen meine Hilfe angeboten habe.“ „Dann richte ihm mal schöne Grüße aus“ sage ich, „wir wissen ja, dass er es schon schwer genug hat. Der gute, alte Anthony. Wir können froh sein, dass er seinen Unfall vor zwei Jahren in dem Alter wenigstens psychisch verhältnismäßig gut weggesteckt hat. Er ist ein guter Mann und weiß es wenigstens, das Leben noch zu genießen, wie es kommt.“ „Ich bin mir sicher, er wird auch an dich denken. Aber mach dir mal keine Sorgen, für deine Abendunterhaltung ist trotzdem schon gesorgt.“ „Ich hab mir nach der Arbeit für dich freigenommen, dann löse ich sie ab“ beginnt Kara. „Ich habe zwar noch ein paar Korrekturen vor mir, aber die kann ich genauso gut auf Samstag schieben. Und ich will keine Widerworte hören, heute ist das absolut in Ordnung. Ich kauf uns nachher noch ein bisschen Cola und Chips und leih irgendeinen Zombiefilm aus, und dann kriech ich in dein Bett und wir machen mal wieder einen richtig schönen Vater-und-Tochter-Abend, so wie früher.“ „Was, keine Partyhütchen?“ frage ich sie, und gegen meine Erwartungen erblüht doch noch ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht. „Habe ich damals vielleicht irgendetwas verpasst?“ erwidert Sophie amüsiert. „Ist ein Männergeheimnis“ sagt Kara. „Du hast mir früher immer etwas vorgelesen, wenn ich nicht schlafen konnte. Paps hatte da seine eigenen Mittel“. „Na dann ist ja alles in Ordnung“ meint Sophie augenzwinkernd. „Ich dachte schon, ich wäre daran schuld, dass du so geworden bist.“
Wir scherzen noch eine Weile, dann verabschiedet sich Kara und macht sich auf den Weg. Kaum hat sie den Raum verlassen, brauchen wir beide uns nur anzusehen, um einmal mehr schweigend darauf stolz zu sein, was für wundervolle Kinder wir doch haben.

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